19 Okt 2016

Valle Maira - September 2016

Submitted by Bernd

Nach dem Mai ist das nun bereits die zweite Tour in die Valle, Bergwandern in weitgehender Einsamkeit und mit Sicherheit mit neuen Höhepunkten.


Wer die erste Wandertour vom Mai 2016 nachverfolgen wollte: Bitte hier entlang ...

Ansonsten und zu dieser aktuellen Tour erfolgte ein Vorspann und ein Nachspann, ist die Valle eingebettet in zwei andere, eher kurze bzw. kürzere Events vor und nach den hier beschriebenen Wanderungen. Daher und wen es interessiert ...

Vorher:     Fiss / Serfaus / Ladis / Samnaun - September 2016


Nach soviel Vorrede (der Link zum Nachspann ist am Ende dieses Blogtextes angegeben) geht es nun endlich, am Samstag den 10. September zur Valle Maira; und der für das Jahr 2016 nun bereits zweiten Wandertour in einer faszinierenden und (glücklicherweise) vom großen Tourismus noch nicht übernommenen Landschaft, Land und Leuten eben dort.

Die Anfahrt von Pfunds und seiner gastfreundlichen Pension St. Lukas erfolgt ein weiteres Mal und beinahe schon klassisch auf der Route über St. Moritz, einer Pause am Malojapass und schon bald, noch vor 11 Uhr ist die italienische Grenze erreicht. Bei Chiavenna geht es dann südwärts, an den italienischen Seen vorbei und noch vor Mailand wird rechts in Richtung Turin abgebogen. Die kilometermäßig kürzeste Route eben - sieht dann so aus ...

Bei der Ankunft in San Damiano, noch vor 17 Uhr, bleibt noch genug Zeit zum Auspacken und sich frisch machen, ehe es dann zum Abendessen mit und bei dem freund geht.
 


Sonntag, der 11.09.2016:

Der Freund hat heute und morgen anderweitige Termine, so dass ich allein gehen werde, mich ja mittlerweile bereits recht gut allein orientieren kann. Leider gab es dann ein anderes Problem ...
 

Für den heutigen Tag, für den Auftakt habe ich mir den Colle Greguri (2310m) vorgenommen.

Werde über den letzten Ort des Tales, über Chiappra hinaus zum dortigen Campingplatz (Campo Base) fahren und dann aufsteigen.

Nein, die vielen Kühe dort waren nicht das Problem.

 

<-- Zur Galerie nebst Video einfach auf das Bild klicken.

 

 

 

 

Montag, der 12.09.2016:

Auch heute wandere ich allein, setzt mich der Freund kurz vor 8 Uhr oberhalb von Stroppo an der kleinen Kapelle St. Peyre (1238m) ab. Ich werde in östlicher Richtung oben am Hang entlangwandern, dabei zwei noch bewohnte Bergdörfer (Caudano und Centenero) sowie ein verfallenes Dorf (Langra) durchqueren und dann, wenn alles gut geht nach Macra (820m) absteigen. Gut 400 Höhenmeter, aber eben abwärts.

In Macra wird mich der Freund nach sechs bis sieben Stunden wieder einsammeln; mal schauen, ob und wie unser Plan dann in Erfüllung geht. Bis dahin sind diese, meine Eindrücke in dieser Fotogalerie nebst zweier Videos eben dort festgehalten.

War dann doch etwas früher als geplant wieder unten, konnte noch etwas an der Maira entlanglaufen und begab mich schlußendlich in ein kleines Restaurant an der Talstraße, welches glücklicherweise (nicht so selbsverständlich) geöffnet hatte. Der über den Bergen relativ plötzlich aufziehende Regen machte mir diese Entscheidung außerdem noch recht leicht.

Direkt an und hoch über der Maira liegt das Lokal, ist der Blick lediglich wetterbedingt etwas getrübt. Ich bin in der großen Gaststube der einzige Gast und werde nun hier auf meinen Freund, meinen Taxifahrer warten;

habe sogar noch Zeit für dieses Video ...

 

Dienstag/Mittwoch, der 13/14.09.2016:

Zwei Tage mit eher leichten Touren und ohne das Auto zu bewegen Am Mittwoch sind wir gar zu viert unterwegs, haben eine Bekannte meines Freundes und der Hund der Tochter dabei. Wir lassen es ruhig angehen, muss man sich auf derartigen Touren auch erst mal kennenlernen. Gerade wenn es höher hinaus geht und gar gefährlich wird, dann sollte man den/die Anderen schon einschätzen, sich verlassen können.

Am Dienstag geht es nordöstlich in Richtung Serre und immer durch schönen, dichten Wald. Am Mittwoch dann zuerst ein Selfie mit meiner netten Unterkunft im Hintergrund. Weiter oben am Berg, die Spitze, die Häuser, das ist der Podio, zu dem wir jetzt hochwandern werden, oben dann und bei guter Sicht, bei gutem Wetter noch eine weite Runde drehen. Wolf oder Hund ...?

Es sind Touren von jeweils gut  vier Stunden.


Donnerstag, der 15.09.2016:

"Über den Ponte Cucchietti" - Wir parken am Fuße des Rocca Rossa (1459m) und laufen über rund vier Stunden bis nach Camoglieres. Während ich -und nicht mehr ganz so fit- dann nach Macra absteige, das mir von Montag bereits bekannte Lokal nochmals aufsuche, geht der Freund zurück -zügiger, versteht sich- und kommt mit dem Auto ebenfalls nach Macra, holt mich -nach dem Essen- dort wieder ab.

Meine Eindrücke von der Wanderung gibt es in dieser Galerie nebst einem Video eben dort.

 

Samstag, der 17.09.2016:

Nach dem gestrigen Erholungstag fahren wir heute nochmals nach Camoglieres (919m). Von dort geht es steil hoch zum Crocetta Sottana (1219m), wo am Gipfelkreuz eine ausführliche Pause angesagt, in diese Bildergalerie eingebettet ist.
 

Etwas viel Fahrerei; manchmal ...

Aber nicht nur wir,

 

auch die Rover-Fans (give 'em a klick) ...

 

 

 


Sonntag, der 18.09.2016:

Heute bin ich wieder allein unterwegs und habe mich entschlossen, die Tour vom Montag (St. Peyre nach Macra) in entgegengesetzter Richtung zu wiederholen. Lasse mich also in Macra absetzen - und steige bei leichtem Nieselregen auf ...

Zur Bildergalerie nebst einem Video bitte hier entlang ...


Nach Langra wird es kritisch, weil diese großen glatten Steine auf dem Weg bei Nässe immer die Gefahr des Ausrutschen bergen. Aber es geht alles gut und auch der Regen lässt nach, je weiter ich aufsteige. Oben ist dann alles (schon wieder?) trocken, nur die Wolken hängen immer noch tief und dicht.

Am Schluß dieses Weges und noch gut in der geplanten Zeit liegend gehe ich über St. Peyre zuerst bis Stroppo und schaue mir dort den Friedhof an. Danach bis runter zur Talstraße, treffen wir uns nach knapp sieben Stunden dort in einem Gartenlokal an der Maira.



Montag, der 19.09.2016:

Wir sind wieder zu dritt und es soll zum Lago Nero gehen. Für mich, nach der Erwanderung im Mai, wird es dann bereits der zweite Besuch dieses schönen Bergsees. Diesmal absolvieren wir den Rundkurs entgegengesetzt zu dem im Mai; was immer wieder neue Perspektiven bringt. Ehe wir hoch zum See aufbrechen reservieren wir weiter unten in in Preit, in der Locanda Lou Lindal noch eine Übernachtung; es dann morgen und ohne lange Anfahrt hoch zur Gardetta gehen soll.

Alles Weitere in dieser Bildergalerie ...



Dienstag, der 20.09.2016:

Das Essen gestern Abend wäre ein separates Thema ...

Nach ausführlichem Frühstück in Preit fahren wir nur wenige Kilometer, aufwärts in Richtung der Gardetta-Hochebene. Den Wagen stellen wir auf einem kleinen Parkplatz bei knapp 200om ab. Kurz danach endet die geteerte Straße und geht über in eine sich windende Schotterpiste. Dieser folgen wir jedoch nicht, sondern kürzen ab und steigen direkt, steil auf in Richtung der Gardetta Hochebene. Nach gut einer Stunde sind wir am Rifugio auf 2335 Metern Höhenlage.

Nach einer Pause geht es weiter hoch zu einem alten Militärweg, welcher dann langsam bis auf 2606 Meter, dem Passo Rocca Brancia ansteigt. Den dort wartenden Zaungästen (siehe Fotogalerie) wollten wir jedoch nichts von unseren Nahrungsmitteln überlassen; werden diese mit Sicherheit selbst noch gebraucht. Nach weiteren knapp zwei Stunden ist der Lago Oserot (2307m) erreicht und nun müssen wir uns wirklich stärken; der kommende Anstieg wird hart.

Vom See aus können wir diesen alten Militärbunker  deutlich erkennen; unterhalb dem wir laut unserer Karte beim Schlußanstieg zum Passo Bernoir (2536m) vorbei kommen. Während wir überlegen, ob Umkehr nicht vielleicht die bessere Lösung wäre, da sehen wir oben, auf dem sich horizontal direkt unter dem Bunker hinziehenden Querweg einige andere Wanderer. Ok, wenn die das schaffen, dann wir auch ...!

Der Anstieg ist wirklich hart und dieser Querweg unter dem Bunker äußerst schmal. Oben dann, kurz vor dem Grat, dem Passo ist gar noch das Klettern an den dankenswerterweise hier angebrachten Stahlketten erforderlich

Der Rückweg zieht sich ... erstmal runter zur Gardetta und dann noch bis zum Parkplatz; wobei wir diesmal und weil bereits merkbar erschöpft, nicht den steilen Abstieg wählen (so wie am Vormittag eben aufwärts), sondern sicherheitshalber am Rande der sich windenden Schotterpiste laufen. Für das nächste Mal -und es gibt von der Gardetta aus noch viele weitere Wandermöglichkeiten- sollte man doch überlegen, auf dieser Schotterpiste hoch bis zum Rifugio zu fahren; ist zumindest nicht verboten ...

Die ganze Tour und einschließlich zweier Videos gibt's in dieser Galerie ..
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Donnerstag, der 22.09.2016:

Die gestrige Erholungsphase nach den zwei anstrengenden Wandertagen zum Lago Nero und über die Gardetta war nötig, lassen wir es heute etwas lockerer angehen. Wir mit zwei Autos unterwegs, stellen eines im Vallone Dronoretto(1075m)  ab und fahren mit dem anderen nach Camoglieres (919m). Von dort geht es steil hoch zum Crocetta Soprana (1415m), wo am Gipfelkreuz und ehe es wieder ein wenig abwärts geht, eine ausführliche Pause angesagt ist.

Danach, der Weg ist im kniehohen Gras kaum zu erkennen, geht es erstmal weiter hoch bis zum Ponte Piatta auf 1624 Meter. Von dort dann auf einem schönen Waldweg zum verfallenen Dorf Dronoretto. Auf einem breiteren Weg schließlich zurück zu dem zuerst abgestellten Fahrzeug; mit dem wir das zweite in Camoglieres abholen.

 

Freitag haben wir -frei entschieden- eine Pause eingelegt und dann Samstag mussten wir pausieren ...


Sonntag, der 25.09.2016:

Aber heute ..., heute soll es wieder richtig zur Sache gehen, steht der Lago Tempesta (der stürmische See) auf unserem Programm. Dazu fahren wir über Mamora zu unserem Startpunkt, dem Colle Intersile (2090m). Kurz nach 9 Uhr und lediglich 4,5 Grad Außentemperatur sind das die Bedingungen welche nun zum Auftakt warten. Aber es geht erst einmal abwärts, runter auf 1988 Meter; kommen wir noch nicht ins Schwitzen.

Aber dann geht es aufwärts, erst zum Lago Tempesta (2347m), dann weiter hoch auf den Grat oberhalb des Sees und schlußendlich noch auf den Gipfel, den Punto Tempesta (2679m). Beim letzten Anstieg treffen wir auf eine im gleichen Sinne unterwegs seiende Gruppe, machen wir und wie üblich auf dem Gipfel dann einige Erinnerungsschnappschüsse

Das Ganze und inclusive dem Video hier in der kleinen Fotogalerie ...

Wie das letzte Bild der Galerie bereits zeigt, so macht der Tempesta seinem Namen alle Ehre, trübt es sich ein und wird es zunehmend windig. Aber wir sind beinahe schon wieder unten; mag uns der Berg im fahlen Sonnenlichte nochmals grüßen.


Montag und Dienstag erholen wir uns, fahren an einem der Tage nach Coneo zum Shopping.

 

Mittwoch, der 28.09.2016:

Ein weiterer Höhepunkt dieser Tage: eine Tour zum Lago Camoscere (2644m) und während der langen, langen Wanderung liegt der Chersogno in beinahe erreichbarer Nähe; beinahe ... Wir werden diesen Berg, diesen 3000er im nächten Herbst, im September 2017 erwandern - versprochen!.

Über Stroppo fahren wir hoch nach Elva und dann noch ein ganzes Stück weiter. Die geteerte Straße endet bei 2280 Metern Höhenlage. An sich schon faszinierend, dieser Blick über die Szenerie, nach Norden bis zum Monte Visio (3841m), der allerdings nicht mehr zum Gebiet der Valle Maira zählt. Noch deutlich vor 9 Uhr und bei lediglich 2,5 Grad Celsius starten wir dann die Wanderung.

Die ersten, knapp 90 Minuten geht es relativ flach und immer am Hang entlang. Der Weg ist so beschaffen, dass man ihn auch mit dem Auto fahren könnte. Kein Scherz, aber diese insgesamt drei Stunden (müssen ja auch wieder zurück) würden uns fehlen, wenn wir den Chersogno von dieser Seite aus angehen wollten. Waren eh' bereits neun Stunden zu Fuß unterwegs.

Wobei es sich diesmal und wegen der Schneelage oben am Chersogno sowieso nicht empfohlen hätte, ein Risiko einzugehen.

Für all das und noch mehr gibt es auch zu diesem Wandertag nun hier die entsprechende Fotogalerie nebst Video ...



Freitag, der 30.09.2016:

Nach einer notwendigen Pause am Donnerstag ist der letzte Wandertag angebrochen, gibt es die letzte Fotogalerie ...

Das Auto bleibt behütet zurück, steigen wir direkt von San Damiano aus auf. Eigentlich hatten wir eine etwas größere Rund geplant, war das Wetter die ersten Stunden auch noch recht angenehm. Nach der Pause (mit Wackelpudding) im verlassenen Ort Saretto ging es dann runter nach Rua del Prato. Danach war eine Runde über Eremita und Gianti geplant. Soweit, so gut, nur dann begann es hinter den südlich liegenden Bergen zu grummeln, gar zu donnern.

Wir brachen ab und beeilten uns, nach Cartignano zu kommen; zum Essen in einem kleinen Restaurante eben dort. Konnten sogar draußen sitzen. Danach noch eine Stunde immer an der Maira entlang und auch das Wetter hielt sich.



Samstag, der 01.10.2016:

Für dieses Jahr ist es der letzte volle Tag in der Valle. Wir fahren nach Cuneo zum Einkaufen, lassen es ansonsten sehr ruhig angehen. Ich buche mir kurzfristig noch drei Tage am Idrosee, steht danach und wie üblich eine weitere Übernachtung in Pfunds auf dem Programm. Ja, packen und mich sortieren muss ich auch, ist schlußendlich noch ein schönes Abendessen bei und mit meinem Freund, dem Wanderpartner angesagt.

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Heute, am 02. Oktober 2016 geht es zurück, zuerst aber noch das Abschiedsfrühstück. Und dann das Geschenk von Elia, meiner netten und immer um mich besorgten Quartiergeberin.

Nicht weit nach 9 Uhr und bereits wieder on the road ...

 

Heute geht es zurück, aber noch nicht ganz ... Drei Tage am Idrosee und  hier im Blog  dokumentiert ...