12 Feb 2014

Freitags relaunch - bin gespannt ...

Submitted by ebertus

Nun ist es wohl bald soweit? Immer mal wieder -auch hier- darüber geschrieben, diskutiert, so scheint es nun ernst zu werden. Ein neuer Freitag incl. Paywall (Bezahlschranke) mag noch in diesem Jahr kommen.

Vor einigen Wochen deutete sich diese Strategie via einem Artikel bei new business bereits an. Das mit dem Wirtschaftsteil gefällt mir, denn seit dem Verschwinden der liberalen, ein Stück weit linksliberalen FTD wird der großmedial (subtil) postulierten Alternativlosigkeit des bestehenden Gesellschaftssytems, dessen zelebrierter Sachzwänge lediglich in kleineren Medien und in oft sehr kompetenten Blogs widersprochen.

Konkreter wird es nun in einem neuen, x-ten Blog, diesmal von @RIOGES zur anhaltend lausigen Performance beim Freitag, genauer in einem Kommentar dort:

"In der (gedruckten) Geburtstagsbeilage der aktuellen derFreitag-Ausgabe ist in einem Interview mit Jana Hensel, Philip Grassmann und Jakob Augstein zu lesen, dass für dieses Jahr (das Jahr ist noch und & somit lang) ein völlig neuer Webauftritt der Zeitung samt paywall geplant sei."

 

Find ich gut! sachichmaso und was den Paywall betrifft wenigstens der Tatsache geschuldet, dass doch genug geredet sei, dem nun mutige Taten folgen dürfen. Und wie bereits anderweitig, möglicherweise mehrfach geschrieben, so wollte ich -soweit die Kündigungsfristen moderat bleiben- mir ein Abo dort gönnen. Von der Kostenseite seien (knapp) 10 Euro/Monat für die reine Digitalausgabe hier als Maximum einfach mal vermutet bzw. unterstellt. Ich glaube nicht, dass die neue Digitalausgabe nur in Verbindung mit einer höherpreisigen Printausgabe zu haben sein wird; das ist mediales Mittelalter. Ebenfalls Mittelalter wäre wohl ein reload des Top-Down Journalismus, wie ihn andere medialen BigPlayer faktisch versuchen. Community ja! Aber möglichst nicht viel mehr als der -nun elektronische- Leserbrief. Da war gerade derFreitag schon mal weiter...

Ok, bei durchaus ambitionierten zehn Euro/Monat für eine wöchentlich erscheinende Zeitschrift muss dann schon noch etwas Butter bei die Fische. In Sachen Community und (für mich) essentiell wären individuell konfigurierbare Benachrichtigungen in Echtzeit, sowie ein ebenfalls konfigurierbares (blacklist, multipost etc.) PN-System. Darüber hinaus würde mich interessieren, ob die -wie ich sie nenne- Einkipper, die ohne substantielle Teilnahme an den Diskussionen (viele Blogs, wenige bis keine Kommentare)  andauernd ihre Selbstvermarktung betreiben, ob diese Spezies weiter unter Community firmieren darf; unterstellt, eine darüber generierte Werbung in eigener Sache wäre den Akteuren die dann notwendige Überwindung des Paywall wert. Btw. die so eingebrachten Texte wollte ich nicht einmal gering schätzen, nur Community ist dafür wohl nicht so das adäquate Umfeld, erscheint das Geschäftsmodell der HuffPo geeigneter.

Ja, was ist unter einem Paywall (via Bezahlvorgang in der Regel realweltlich identifizierbar) eigentlich mit denen, die gern den anonym-virtuellen Kampfhund ausführen und/oder -soweit politisch Inkorrektes gnadenlos entlarvt wird- dem blockwartigen Meldewesen frönen, immer alles -natürlich demonstrativ angekündigt- speichern, sich gern weitere, rechtliche Schritte drohend vorbehalten?

Kindergarden natürlich, wenngleich auf absolut hohem Niwauu; und wem es denn hilft, dem sei es gegönnt.

But wait... Unter einem Paywall, weil real identifizierbar wird der Ton in den Auseinandersetzungen mit Sicherheit noch etwas ziviler. Und es gibt für den Plattformbetreiber einen neuen, zusätzlichen Zielkonflikt, will er nicht eine(n) oder gar beide Streithennen/Hähne exmatrikulieren, damit auf Einnahmen verzichten. Multinicks sowie allfällige Reinkarnationen -was man so braucht um in den virtuellen Krieg zu ziehen- die würden durch einen Paywall ebenfalls drastisch reduziert, wird kaum jemand für den Spaß und dann undercover noch einen Zehner im Monat zusätzlich investieren. Natürlich könnte der Freitag vor der Bezahlmauer noch eine kleine Spielwiese mit dem bisherigen Zugangsmodalitäten unterhalten. Aber außer den darüber möglicherweise zu generierenden Klickzahlen für die allfällige Werbung bzw. das Ranking fällt mir dazu kein ernsthafter Grund ein.

Primär Formales also, was mich in dem Zusammenhang umtreibt. Inhaltlich wollte ich keinen Einfluß nehmen, soweit nicht gerade eindeutig strafrechtlich Relevantes gepostet, oder sich -auch unter selbsternannten Intellektuellen nicht vollkommen ausgeschlossen- an prollig-vulgär dargebotener Fäkaliensprache erfreut wird. In dem kürzlich veröffentlichten Blog von @PLEIFEL waren meinerseits zwei, auch hier im Kontext gültige Anmerkungen zu machen.

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Ist schon klar, eine dann vernünftige Performance der Website sei hier mal unterstellt.