13 Dez 2013

Bild+ erste, äärliche Zahlen ...

Submitted by ebertus

Auch Jakob Augstein war nach meiner Erinnerung von dem Vorhaben des Springerverlages angetan, genau von diesem Gegenmodell zur Umsonstkultur - und beide, Bild wie HuffPo sind qualitätshaltig allemal, oder?

"Springer meldet 152.493 Abos", das ist bei MEEDIA zu lesen und die sollen laut Mathias Döpfner gar alle sauber gerechnet sein.

Ok, Springer hat die Kohle für derartige Versuche und selbst wenn man unterstellt, dass die Zahl der Abos echt ist, also keine wie auch immer gesponserten enthält, dann wäre es das möglicherweise wohl schon gewesen, sollten alle "early adopter" nun ihr Abo haben, testen und im Einzelfall gar wieder kündigen. Neue bzw. weitere Abonnenten zu gewinnen, das dürfte in dem Umfeld nicht leicht sein.

 

Drei Aspekte machen nachdenklich:

1. Die auf Monatsebene hochgerechneten Einnahmen dürften die Grenze von einer Million Euro bei dem angedeuteten Verteilungsschema der einzelnen Bezahlvarianten bestenfalls erreichen. Dem steht sowohl die abzuschreibende, wie auch die zu unterhaltende Technik und die redaktionelle Aufbereitung und Betreuung gegenüber.

2. Eher anspruchsvolle, längere Texte bedingen über das bei Bildplus wohl meistgefragte Guckabo für 4,99 die dort bereits 9,99 Euro kostende Variante als e-paper. Wobei sich dann wiederum (siehe unten) die Frage anschließt, ob das e-paper in einem offenen Format und ohne Restriktionen, DRM etc. darnieder kommt.

3. Ein kleines Medium -wie beispielsweise der Freitag- hätte naturgemäß viel weniger Abonnenten zu erwarten, während die Kosten für Technik und Aufbereitung sowie Betreuung (gar noch einer Community) eher nicht in gleichem Maße sinken. Ergo: der monatliche Abopreis müsste deutlich höher sein als die bei Bildplus in der gängigsten Variante gezahlten fünf Euro; gar höher noch als die Bildvariante mit e-paper.

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Soviel dazu und dennoch Anlass genug, mal über den Zaun zu schauen, vielleicht auf einem niedrigeren Niveau Erfahrungen zu sammeln; für Anbieter wie für Konsumenten. Und, warum sollte darüber nicht auch der Freitag zum Jagen getragen werden, einfach mal schauen, welche Zahlungsbereitschaft online und gerade für Einzelausgaben so besteht?

Habe mir beispielsweise -ohne jede weitergehende Verpflichtung- die letzte Wochenend-taz für 1,29 Euro als e-paper (Format: "epub", ohne Kopierschutz) heruntergeladen. Die Bezahlung per Lastschrift ist easy und der Download auf den PC funktioniert einwandfrei. Und warum sich das nun gegönnt, mir geleistet?

1. Das neue Tablet und gleichzeitig als Ebook-Reader gedacht sollte getestet werden. Mal schauen, wie so ein e-paper bei einer Zeitung darauf aussieht?

2. Das Programm "Calibre" zur Formatumwandlung (für Medien ohne oder bereits entferntem DRM) sollte auch bezüglich der Tauglichkeit für Zeitungen und Zeitschriften untersucht werden.

3. Auf dem PC und dem Tablet ist neben Calibre bzw. Moon+Reader die Kindle-App von Amazon installiert; und einen separaten, einen dieser proprietären Reader besitze ich nicht.

4. Schlußendlich und über das Technische hinaus inhaltlich betrachtet, so interessierte mich der Sonntaz-Text von Dirk Knipphals zu den Weiterungen in der Buch/Verlagsbranche, hier anhand einer Personalie beim Hanser Verlag.

 

Hier nun die gewonnenen Erfahrungen:

Die genannten Programme auf PC und Tablet funktionieren nach einiger Frikelei recht ordentlich. Selbst die taz konnte ich der Kindle-App (auf PC und Tablet) unterjubeln, scheint mir diese App momentan zum Lesen am Besten geeignet.

Dieses zur Verfügung gestellte e-paper der taz ist wohl noch verbesserungswürdig, das Lesen einer Zeitung (die man gar in Papierform kennt) auf dem Tablet, dem Reader etwas völlig anderes als das eines Buches. Fühlte mich da von der Orientierung her immer mal lost in...

Der Text von Knipphals ist gut geschrieben und relativ aussagefähig in den möglichen Weiterungen nebst Spekulationen, was die Branche, die Zukunft des (gedruckten) Buches betrifft.

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Aber ob ich ein generelles (e-paper) Abo eingehen würde, das scheint mir zur Zeit jedoch noch recht fraglich...