19 Apr 2010

Netzneutralität

Submitted by ebertus

Ein guter Beitrag von Julius Endert zum Thema (Internet)zensur, welche daher kommt in vielen Gewändern, in oft bekannten, manchmal aber nicht gleich durchschaubaren Deckmäntelchen. Vielfach erkennbar interessengesteuert, nur unser Bestes wollend, wenigstens uns schützen müssend, im Ausnahmefall nicht mal vollkommen falsch, aber dann wieder mit großer Perfiderie, mit durchaus erkennbarer Entrüstung; manchmal lediglich mehr oder weniger gut gespielt.

Aussagefähige Links sind im genannten Beitrag enthalten und Widerstand wird und muss kommen, mehr als derzeit bereits erkennbar. Dieser Widerstand kann meiner Meinung nach durch drei grundlegende Säulen getragen werden.

1. Politischer und medialer, demokratisch legitimierter und zulässiger Druck auf allen Ebenen incl. passivem Widerstand in allen Bereichen staatlicher und wirtschaftlicher Hegemonieansprüche. Hinterfragung jeglicher, angeblicher Alternativlosigkeit.

2. Persönliches Verhalten wie (wenn möglich) die kritische Wahl von Providern, Systemen, Software (beispielsweise der Einsatz von TrueCrypt etc.), Mediennutzung, Communitybuilding.

3. Frühzeitiger - am Besten seit gestern... - Einsatz von technischen Mitteln zum Schutz jeglichen Wissens, jeder u.U. noch so gering eingestufter Daten bzw. Information. Neben den hier unter 2. angedeuteten, denkbaren Mitteln sollte die Netzinfrastruktur jenseits der sog. Filesharerszene entsprechend genutzt und ausgebaut werden. Verschlüsselte VPN-Verbindungen, Intranets, Anonymisierungsserver etc. sollten und müssen weitergehende Verbreitung finden. Sie sind sicher lediglich erste, aber sehr notwendige Einstiege zum Aufbau von Wissen und zur Sensibilisierung im Hinblick auf die Thematik(en).

Es mag platt und sehr bekannt klingen, aber Orwell's 1984 steht uns erst noch bevor.

 

Das Gute liegt so nahe!?

Nachtrag aus aktuellem Anlass. Und auch die überwiegend technisch geprägten Kommentare sind da sehr wertvoll, unterstreichen den u.U. nötigen Aufwand von "Big Brother" bei der totalen Überwachung.

Btw1: und noch'n Gedicht bzw. Aspekt, von Udo Vetter (zumindest in diesem Kontext) nicht mal thematisiert. Prepaid-Karten sind oft bzw. zunehmend nicht nur für Handys sondern ebenfalls für UMTS-Sticks geeignet. Sich so eine Karte anonym zu besorgen sollte kein Problem sein.

http://www.heise.de/mobil/artikel/Lebensmittel-Discounter-schlampen-bei-...

Btw2: Mein T-Mobile Vertragsstick lief testweise an einer Fritzbox7270 und anstelle des stationären dSL-Accounts recht gut, konnte das kleine, interne Netz versorgen. Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht ist das jedoch (noch) keine Alternative.

Btw3: Es gibt natürlich auch Contra bzw. Schattenseiten, soweit die Provider (siehe den ursprünglichen Beitrag von Julius Endert) ihre Möglichkeiten weitergehend nutzen.:

http://www.zdnet.de/sicherheits_analysen_internet_per_umts_so_faelschen_...