10 Mär 2016

1985 - "Unsere" Balkanroute

Submitted by Bernd

1985 - Der letzte Sommer ... noch ohne explizit die Schulferien einplanen zu müssen, dem Arbeitgeber fünf Wochen Urlaub abgerungen, das Fahrzeug noch fast neu und erwartbar zuverlässig. Da kann man schon auf Ideen kommen ...

Nein, das wird hier kein Blog zu dieser kompletten Tour in 1985 nach Korfu; über Jugoslawien hin, über Italien zurück. Hier geht es um unseren Anteil an der heute in aller Munde seienden Balkanroute, vielleicht auch in Richtung einer gewissen Nostalgie, was das ehemalige Jugoslawien betrifft; ehe die US-geführte Nato -unter einer bis heute andauernden deutschen Beteiligung- nach entsprechend subversiver Vorarbeit dann sog. westliche Werte dort ausrollte, hineinbombte.

"Der Staat Jugoslawien stand dem strategischen Entwurf der USA im Wege"

ist unter Bezug auf den (Ex) CIA-Agent Robert Baer bei Telepolis zu lesen. Und wir haben damals, nach einem kurzen Intermezzo via Istrien (1983), den Staat Jugoslawien dann 1985 in voller Länge durchmessen, primär an der Küste entlang und lediglich Albanien mussten wir damals noch umfahren, trafen damit genau auf die heute so genannte Balkanroute.

Meine Erinnerungen, was dieses Land, diesen damals noch existierenden Staat betrifft, sie sind ausnehmend positiv. Ganz unten, nahe Ulcinj verbrachten wir -sehr spontan durch ein Schild am Wegesrand darauf aufmerksam geworden- zwei Nächte. Bei Bauersleuten, die auch eine Kuh besaßen; wertvoll, wie mir aus ähnlichen Konstellationen aus der DDR bekannt war. Und die Quartiergeber hatten zwei Töchter, fast im Alter wie die unseren. Keine Bilder hier, denn bei dem warmen Wetter waren alle Kinder nur sehr luftig bekleidet.

Am zweiten Tag, den zwischen diesen beiden Übernachtungen absolvierten wir dann eine Tour zum Skardasko See; und ob es damals den jetzt ausgewiesenen Nationalpark bereits gab, das ist mir nicht in Erinnerung. Spektakulär war die Szenerie allemal, insbesondere am Nordende dieser Seenplatte.

Hier also einige Impressionen - mehr als 30 Jahre her und jedes Bild, aus 36x24 Diamaterial gescannt, darf gern zur vollen Größe angeklickt werden.

Am dritten Tag ging es weiter, eine lange, wohl recht anspruchsvolle Tour um Albanien herum, welches damals noch für Besucher gesperrt war. Eine Zwischenübernachtung ist noch einzuplanen, ehe dann das gebuchte Quartier auf Korfu erreicht werden soll.

Und das war die Route, über Prishtina und Skopje. Die Tour am ersten Tag war sehr lang, übernachtet haben wir zwischen Bitola und Florina, bereits auf der griechischen Seite. Idomeni ist auf der verlinkten Karte lediglich informell angegeben, weil aktuell wegen der Flüchtlinge in medialer Aufmerksamkeit. Wir haben uns westlich, südwestlich gehalten, ging es bei ebenso spektakulärer Szenerie aus den Höhenlagen dann runter zum Meer.

Eine Rast muss sein, dachten wir uns, dachten sich dort wohl auch noch andere.

Dann also rüber nach Korfu - und die Tage darauf ein letzter Blick auf die Meerenge, die albanisch-griechische Bergszenerie: