6 Jul 2016

Von Schissern & Anpassern

Submitted by Bernd

Wikimedia: 5. Wikimedia Salon 'F=Fail' 62 JD von Christopher Schwarzkopf (WMDE), crop and changes by JD (CC BY-SA 3.0)

 

Ende Gelände,
nicht so lustig-popustig

 

Silke Burmester hört auf die "Kriegsreporterin" bei der taz zu geben. Vorangegangen war eine selbstausgerufene Pause, aus der sie nun nicht mehr zurückkehren wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Respekt! Und anders als der seriöse Großkritiker Niggemeier, so hat Burmester meiner Ansicht nach, wenngleich lustig-popustig verpackt, wirklich Medienkritik betrieben. Was das schlußendlich in Sachen ökonomischer Existenzsicherung bedeutet, das ist ihr vollkommen klar:

"Man schreibt für die taz nicht fürs Geld und weil klar war, dass ich als freie Journalistin es mir mit dieser Kolumne mit diversen potenziellen Auftraggebern verscherze, waren es immer die Leserinnen und Leser, die zwar nicht sichtbar sind, die aber fühlbar stützend und unterstützend da waren."

Man kann nur wünschen, von Silke Burmester wieder zu hören und zu lesen, dass sie sich einmischt und weder kaufen noch verbiegen lässt von dieser Branche der Schisser und Anpasser.

Wie üblich, augenzwinkernd formuliert lässt sie uns noch etwas im Unklaren über ihre zukünftigen Wege:

"Auch mal was Schönes machen. Was mit Blumen und Häkeln. Also bei Gruner + Jahr anfangen. Nee, das nun doch nicht! Aber vielleicht was mit Tieren. Oder alten Leuten. Ich denk mal drüber nach …"

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Ebenso unklar bleibt vorerst, ob dieser Abgang -wenngleich nur mittelbar- mit dem gewissen Eklat zusammen hängt, ihrer ironisch hinterfragenden, provokant Antwort gebenden Kritik am sprachgeregelten ZDF.

Anläßlich der Maccabi Games vor einem Jahr sprach man im ZDF (wohl nicht nur dort) von "jüdischem Sport", stellte sich für Burmester spontan die Frage, was das denn sei.

Von einem christlichen, muslimischen oder gar atheistischen Sport hat man bislang noch nichts gehört.

Sportausübung und Sportbegeisterung mag geografisch sehr unterschiedlich über die Erde verteilt sein. Nur das Sport, vielleicht sogar bestimmte Sportarten auch nur ansatzweise etwas mit Religion zu tun haben, das harrt wohl noch der seriösen Untersuchung.

Aber darauf wollte Silke Burmester nicht warten; und schlug provozierend-ironisch eine neue Disziplin gleich mal vor ...

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Kommentare

Bild des Benutzers Bernd

einfach lassen sollen, nun ein weiteres Malden angesagten Journalismus a la taz zu bedienen.

Kürzlich hat sie es aber doch wieder getan, einen Artikel für eben diese taz geschrieben; weniger wegen dem Tenor (taz-gemäß eben), denn wegen der konkreten Benennung meinerseits ein gewisses Stirnrunzeln, gar Kopfschütteln erzeugt.

Politisch vollkommen korrekt, so outete Burmester ein Nazidorf im Osten, outete sehr konkret die Akteure und deren Umfeld dort gleich mit. Also das, was eine abstrakte, gruppenspezifische Zuweisung auszeichnet, gar noch ergänzt um realweltliche Daten aus einem Dorf umweit von Berlin.

Ok, das scheint der taz nun wohl auch irgendwie aufgestoßen zu sein. Diese vielen, vielen (neuen) Nazis dürfen zwar abstrakt entlarvt werden, aber wenn es konkret wird, dann bitte Vorsicht - wegen der möglichen, rechtlichen Relevanz!

Gern hätte ich den Text hier verlinkt, aber er ist (momentan?) wohl nicht mehr verfügbar.

Stattdessen war genau zu diesem Text der Silke Burmester eine äußerst umstrittene Quelle zu finden; der Text selbst dann an anderer Stelle ebenfalls. Das Netz vergisst eben nicht; nicht mehr ...