17 Aug 2016

Im digitalen Wunderland

Submitted by Bernd

Christoph Kappes: Wer seine digitale Existenz Fremden anvertraut, sollte die AGB gut lesen

"Dieser Kommentar erschien in der Printausgabe von der Freitag am 11. August 2016 in einer leicht redigierten Fassung. Für die Internet-Gemeinde vorsichtshalber der Hinweis, dass der Text für ein Print-Publikum geschrieben ist."

Dank Christoph Kappes und seinem Blog schon jetzt, hier verfügbar. Und gut zu lesen, dass der Freitag primär für ein Print-Publikum geschrieben ist. Das würde sicher helfen, so manche Spreizungen hier in der FC zu vermeiden.

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Ein tragischer Fall, ein wirklicher Einzelfall, den Kappes dort beschreibt - wirklich?

Ob Facebook und in D via der Kahane-Stiftung eingerahmt, ob Twitter via einem identitären Fall aus den USA, den Laurie Penny (fröstelnd) beschreibt, oder eben Google, hier via Christoph Kappes.

Und wer erinnert sich da nicht gleich an Amazon, die Löschung eines regulär erworbenen E-Books vom Reader des/der Kunden?

Kappes bringt das Thema, das Dilemma des unbedarften Kunden und Konsumenten einerseits auf den Punkt, geht andererseits jedoch nicht wirklich darüber hinaus. Denn dann dürfte es technisch werden, weil privatwirtschaftlich aufgestellte Unternehmen in ihrem Agieren nun mal keine demokratisch legitimierte, kontrollierte, der Transparenz verpflichtete Instanz sind.

Technisch wird es, weil die wirklich sichere Alternative zur Erhaltung einer digitalen Existenz von zwei Faktoren abhängt.

1. Dem eigenständigen Hosten von Rahmen und Inhalten

2. Dem plattformneutralen Sichern dieser Instanzen

Und damit scheiden erst einmal alle von Google, Wordpress etc. angebotenen Subdomains und Webbaukästen aus, leben die doch genau davon, den geschätzten, it-technisch unbedarften Kunden in ihrer proprietären Welt festzunageln.

Dann kann eben das passieren, was Kappes zu Google, zu Dennis Cooper schreibt. In einem einfacher gehaltenen Szenario gilt dies auch für die hochgeladenen Daten bei Youtube, Flickr etc. - und hier in der FC seit einiger Zeit verbindlich.

Ganz abgesehen von dem immer möglichen Data-Mining ...

Insofern ist das oben genannte eigenständige Hosten auch nur dann wirklich zielführend, wenn ein neutrales, ein komplett plattformunabhängiges Contentsystem (CMS) als Top-Level-Domain installiert ist und eigenständig (auch lokal, beispielsweise via XAMPP) gesichert werden kann.

Standards wie Apache, MySQL und PHP eingeschlossen.

Nur dann ist man weitestgehend unabhängig vom Provider und seinem -in der Regel- goldenen Käfig, was das gern beworbene, einfache Aufsetzen und Pflegen einer Webpräsenz angeht.

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Ok, das Ganze richtet sich natürlich primär bis ausschließlich an ernsthaft Interessierte mit einem seriösen und in der Regel nichtanonymen Anspruch.