12 Jan 2018

Wintervalle - Vorbereitung

Submitted by Bernd

In 2016 und 2017, jeweils im Frühjahr und Herbst stand Bergwandern in der Valle Maira auf meinem Programm. Nun und erstmalig im tiefsten Winter, im Februar mögen diese bisherigen Erfahrungen um eine weitere Facette bereichert werden.


In diesem Blogtext soll es primär um eine Vorbereitung der für den Februar 2018 geplanten Tour gehen; diverse Rückblicke auf frühere Besuche in der Valle keinesfalls ausgeschlossen. Nur eben eingewoben in das potentiell Neue, welches eine Tour im tiefsten Winter dann an notwendigen Überlegungen und Herausforderungen mit sich bringt.

Die Valle Maira, von Start bei Dronero bis hoch nach Chiappera sei hier als Satellitendraufsicht dargestellt.

Wie es dort, bei Chiappera im Mai 2012 aussah, das sei hier als kleiner Rückblick und mit einigen Erläuterungen kurz erwähnt.

- - - - -


Wie oft sind wir, bin ich diese verschiedenen Straßen über die Alpen schon gefahren? Östlich, mittig oder auch westlich. Erst nahezu ohne und später, zunehmend mit den entsprechenden Mautgebühren, Pickerls, Viginetten etc. Nicht dass mich das arm machen würde, aber diese absolut unterschiedlichen Prozeduren sind einfach ein Anachronismus in dem doch angeblich zusammenwachsenden Europa.

Anyway ... in den letzten Jahren habe ich meist den Weg über Füssen, Reutte, den Fernpass und Landeck auf die Straße zum Reschenpass gewählt. Absolut Mautfrei, soweit man auch den Tunnel bei Landeck vermeidet und in Pfunds (kurz vor dem Reschenpass) habe ich für die Zwischenübernachtung schon beinahe ein Stammquartier gefunden; alternativ zwei weitere eben dort jeweils einmal mit meinem Besuch beglückt. Ein weiteres Quartier -siehe den nächsten Absatz- wird nun wohl hinzukommen.

Die Route und schlußendlich auf der A7 über Füssen, Reutte und den Fernpass bot sich mir ebenfalls an, soweit nicht aus Berlin, sondern weiter westlich, aus dem Weserbergland oder gar der Eifel kommend. Aktuell, zur Winterzeit ist in Pfunds leider alles belegt; zumindest was eine Übernachtung zu halbwegs zivilen Preisen angeht. Es mag daran liegen, dass Pfunds als relativ zentrales Gateway für gleich drei Skigebiete der näheren Umgebung fungiert. Musste mich daher (schweren Herzens) um eine alternative Unterkunft bemühen, dabei insgesamt die durhaus winterlichen Verhältnisse im Februar dabei im Hinterkopf behalten. Also eine Übernachtung "inline", bei Landeck oder gar möglichst an der Straße zum Reschenpass. Habe diese mit dem Gasthof Gemse in Prutz dann gefunden.

Die bevorzugte Routenvariante wäre somit  diese gewesen.

Nur haben wir zur Zeit dieser Tour eben Februar, weiß man nie, wie sich die winterlichen Verhältnisse dann darstellen. Die Autobahnen, das ist klar, werden als erste von ggf. stark fallenden Schneemassen befreit. Habe mich daher entschlossen, bereits im Vorfeld eine Viginette für 10 Tage (18. bis 28. 02.2018) zu erstehen und werde das Teil auch rechtzeitig auf der Windschutzscheibe plazieren.

Ganz klassisch wird die Route dann wohl so aussehen.

Die Idee dahinter mag auch gleich noch ein anderes, ein sogenanntes Worst-Case-Szenario einfangen. Falls sowohl der Reschenpass in Richtung Meran, als auch die von mir für die Hinfahrt bevorzugte Schweizer Route über St Moritz und Chiavenna nebst derer Alternative (siehe weiter unten) nicht befahrbar sind, dann geht es von Prutz einfach zurück nach Insbruck und dort auf die Brenner-Autobahn. Womit wir bei den Varianten und den Möglichkeiten für Montag den 19. Februar wären, an dem Tag die Valle erreicht sein wollte.

- - - - -


Die kürzeste Verbindung via der Gabelung kurz hinter Pfunds -einen kurzen Abstecher zum zollfreien Tanken in der Enklave Samnaun eingeschlossen- führt dann über die Schweiz; oft bereits gefahren, nur eben noch nicht im tiefsten Winter. Um Mailand und um Turin herum kann es zwar eng und auch schon mal unübersichtlich werden, aber die Höhenlagen halten sich in Grenzen und die schweizer Straßen sind in der Regel gut ausgebaut.

Diese Route könnte dann so aussehen.

Das Problem auf dieser Routenführung könnte ein anderes sein. Bei dem Ort Bondo, nahe der italienischen Grenze gab es im August 2017 einen massiven Bergabgang, der auch dazu führte, dass die dort vorbeiführende Bundesstraße 3 über einen längeren Zeitraum teilweise oder gar komplett gesperrt werden musste, es mit Sicherheit einen erheblichen Schwerlastverkehr gegeben hat, der diese Schlamm und Geröllmassen abtransportieren musste. Eine entsprechende Recherche via dem Internet ist auf jeden Fall nötig und außerdem sind die Schilder an der Straße dahingehend gut zu beobachten.

Als Alternative, dann etwas höher hinausgehend bietet es sich an, bereits vor St. Moritz nach Süden abzuzweigen und über den Berninapass zu fahren. Das wurde von mir im Mai 2017  genau so  absolviert. Die Strecke ist etwas länger als diejenige über Chiavenna, aber bei guter Sicht schon ein Erlebnis. Früh aufstehen ist in Prutz also angesagt und die Alpenpässe insgesamt sollte man bei derartigen Touren und hoch bis in den Mai oder gar Juni hinein immer im Auge behalten.

Helfen kann auch da das Internet, beispielsweise dieses Alpenportal.

Ansonsten und wie weiter oben bereits angedeutet, rechtzeitig umdrehen und über die Brennerautobahn fahren!

- - - - -


Und was soll das nun werden? Vielleicht so?


Ok, die Skier lassen wir wohl (diesmal) im sprichwörtlichen Skistall, obwohl es in der Valle die entsprechenden Möglichkeiten gibt, das Video es exemplarisch zeigt. Mir schwebt eher vor, ein kleines Stück weit auf den Spuren unserer bisherigen Touren zu wandeln, sprich: mit dem 4WD soweit hoch zu fahren, wie es unter Sicherheitsaspekten nur möglich ist - und dann eben zu wanderen, wie es ohne expliziten Einsatz von Skiern ebenso möglich und verantwortbar ist.

Das hier mag möglich, verantwortbar sein; oder eben nicht ...

Eine wesentliche, im eigenen Verantwortungsbereich liegende Voraussetzung ist die Mitführung und Nutzung der entsprechenden Ausrüstung. Mein einteiliger Skianzug wird ebenso zum Einsatz kommen, wie die hohen, bei den bisherigen Touren nicht gebrauchten Wanderschuhe. Zu letzteren werden in den nächsten Tagen anschnallbare Eiskrallen zu beschaffen sein;  in dieser Ausführung? Oder doch etwas schlichter?

In obigem Video angesprochen wurde auch die potentielle Lawinengefahr. Aber so hoch werden wir wohl nicht gehen und ansonsten verlasse ich mich dahingehend auf meinen einheimischen Begleiter.

Kommentare

Sehr schön! Dank für das gedankliche Teilnehmen-Können. Ich bin ja auch ein Reise-Fan und kann mir Deine Touren gut vorstellen. LG, H.

Bild des Benutzers Bernd

 


werden wir durch die ggf. hohe Schneelage natürlich eingebremst, können nicht so steil, so hoch hinaus wie im Frühjahr oder gar im Herbst. Aber das ist ja genau das Spannende - mal schauen, was im Februar so geht ...

Gruß, Bernd