10 Jan 2018

Valle Maira - September 2017

Submitted by Bernd

Nach dem Juni ist es für das Jahr 2017 bereits die zweite Tour in die Valle; und der erste, mein erster Berg jenseits der 3000 Meter soll es diesmal schon werden - wurde es dann auch ...

Anstieg zum Chersogno; weiter unten wird dazu im Detail berichtet


Wie Ende Mai und damals aus dem Weserbergland, erfolgte auch diesmal die Anfahrt nach Pfunds -dem schon beinahe Stammquartier für die obligatorische Zwischenübernachtung- aus einer für meine Verhältnisse eher unüblichen Richtung.  Die Teilnahme an der "Stopp-Ramstein"-Demo am 9. September nebst begleitender Veranstaltungen eben dort verschlugen mich in die Gegend von Bitburg; den Besuch bei guten Freunden eingeschlossen.

Am 10. September ging es dann weiter nach Pfunds, auf genau dieser Route

Eigentlich zu einer guten Zeit, kurz vor 9 Uhr losgekommen, die Ankunftszeit in Pfunds gegen 17 Uhr (gemäß Navi) im Auge , so wurde es dann doch noch recht kritisch. Ein massiver Stau zwischen Reutte und dem Fernpass warf alle meine Planungen incl. einem gemütlichen Abendessen über den Haufen, mussten nach bald zwei Stunden Stillstand eben dort bei Reutte schon mal Alternativen angedacht werden. Ein Anruf bei meinem Quartiergeber ergab jedoch, dass ich auch später noch ankommen könne, der Zimmerschlüssel entsprechend hinterlegt wird.

Ok, es wurde dann sogar eine halbwegs zivile Zeit, kurz nach 20 Uhr

Der morgendliche Blick aus dem Fenster auf den rauschenden Bergbach ist mir schon vertraut; und auch die Abfahrtszeit  ist dann wohl ok. Zum zollfreien Tanken in der gleich nebenan liegenden schweizer Enklave Samnaun ist also noch genug Zeit, kostet der Liter Diesel dort (umgerechnet) lediglich 90 cent. Dann geht es auf der schweizer Seite runter nach St. Martina und dort dann wieder hoch nach Nauders.

Wegen dem schweren Felsabgang bei Bondo im August 2017 ist die Verbindungsstraße zwischen St. Moritz und Chiavenna gesperrt, bin ich die kilometermäßig längere Alternative über den Berninapass bereits im Frühjahr mal gefahren. Also diesmal ganz klassisch über den Reschenpass und Meran runter zum Gardasee.

Via Piacenza, Asti und Alba weiter in die Valle, etwa so ...

Auf dieser Route, weit südlich von Mailand ist es bis auf den LKW-Verkehr recht ruhig; mag dieses Video verdeutlichen. Zwischen Alba und der Valle geht es dann jedoch sehr kurvig über stark frequentierte und oft schmale Landstraßen mit endlos vielen Kreisverkehren. Werde das beim nächsten Mal etwas anders lösen: von Asti erst mal Richtung Turin auf der Autobahn bleiben und dann -ebenfalls Autobahn- runter nach Cuneo. Ist zwar noch länger und teurer, was die Kilometer und die Maut betrifft, dennoch wahrscheinlich etwas stressfreier.

Und die Ankunftszeit in der Valle ist ebenfalls ok. 18:24 - passt!


Dienstag, der 12.09.2017:

Nach dem gestrigen gemeinsamen Abendessen mit dem Freund und Wanderpartner geht es heute nicht so früh raus aus den Federn. Zwei sog. Halbtouren sind für heute und morgen angedacht, führen von verschiedenen Startpunkten hoch zu einem Grat (und wieder zurück), der später einmal die Verbindung für eine komplette, lange Rundtour bilden könnte.

Start ist heute bei dem kleinen Bergdorf Castellaro auf 1451m und der anvisierte Grat liegt dann bei etwas mehr als 2200m Höhenlage. Nein, wir schaffen es nicht ganz an diesem Tag, diesem ersten Wandertag. Es wird an mir gelegen haben, war dennoch als Auftakt mehr als schön.

Hier also eine kleine Bildergalerie  und dann ein kurzer, beinahe zusammenfassender Eindruck via diesem Video


Mittwoch, der 13.09.2017:

Nun also nochmal hoch auf diesen Grat, wenngleich von einem anderen Startpunkt, dem kleinen, mehr als verlassen aussehenden Ort Girardi auf 1340m

Diesmal zuerst und direkt vorbei an dem gestern von oben erkennbaren See (Lago Gourc) und dann an das andere, weiter östlich liegende Ende dieser irgendwann noch möglichen kompletten Gratwanderung.

 

Zum Starten der Galerie und für weitere Infos eben dort einfach auf das Bild klicken!.

 

 

 

 

Freitag, der 15.09.2017:

Nach dem gestrigen Ruhetag wollen wir es heute erst einmal locker angehen, kurz aber dann doch recht knackig. Mit dem Auto fahren wir ein Stück in den Berg hinein, nordwestlich von San Damiano Macra und auf  1075m dann geparkt. Der Mt. Rubbio, unser heutiges Ziel ist nahe, liegt auf 1591m - lediglich.

Ok, lediglich gut 500 Meter Höhenunterschied; aber auf relativ kurzer Distanz. Daher geht es fast ununterbrochen steil hoch, ist so manche Pause angesagt, muss sich der geschundene Körper erst wieder etwas erholen. Dichter Wald bis kurz vor den Gipfel, somit auch kaum Erholung für die Augen. Aber gut, nach knapp zwei Stunden sind wir oben.

Und zwecks eines gemütlichen Ausklangs des Tages dann auch bald wieder unten, gut beschützt vom Wein über der Bar an meinem Quartier. Die reifen Trauben hängen oben schon fast in meinem Zimmer, laden immer wieder zum Zugreifen ein. Und wie von Geisterhand, bei ihrem Sturz über die drei bis vier Meter in die Tiefe haben sie unsere Gläser genau getroffen, sich in Wein, gar in weissen verwandelt - faszinierend.


Sonntag, der 17.09.2017:

Für den gestrigen Samstag war regnerisches Wetter angesagt, haben wir den Tag zum Einkaufen und zum Relaxen genutzt. Denn heute soll es zum Chersogno gehen, meinem ersten 3000er. Das Wetter scheint prächtig zu werden und soll wohl auch den ganzen Tag über halten.

Eigentlich wollten wir beim Rifugio Ellena auf einer Höhe von 2000 Metern starten. Ein Verbotsschild und sogar vom Bürgermeister authorisiert untersagte jedoch das Befahren des letzten Teilstückes. Wir hielten uns daran (andere nicht), und stellten den Wagen bei 1700m ab, hatten somit zu Beginn und am Schluß noch rund eine Stunde mehr zu laufen.

Mit einem Klick auf das Bild erschließt sich die Tour in Wort und Bild,

sind die Gipfelstürmer auch auf diesem Video zu sehen.

 

 

 


Dienstag, der 19.09.2017:

Den gestrigen Ruhetag hatten wir uns nun wahrlich verdient, soll es auch heute und quasi als Kontrastprogramm nicht so anstrengend werden, nicht so hoch hinaus gehen. Wir fahren nach Cartignano, dem östlich an der Mairastraße gelegenen Nachbarort von San Damiano, und stellen den Wagen oben an der Kirche, gleich bei einer kleinen, uns bereits bekannten Bar ab. Man kann ja nie wissen ...

Dann geht es auf einem uns -vormals aus der anderen Richtung kommen- bereits bekannten, schönen Waldweg nach Rua del Prato (805m). Auf dem nur mäßig ansteigenden Weg sind lediglich 100 Höhenmeter zu überwinden, sind Tisch und Bank an dieser kleinen Kapelle (geschlossen, wie fast alle hier oben in den Bergen) wieder einmal unser erster Zwischenstopp. Schön der Blick runter nach Dronero..

Wir steigen weiter auf, geht es heute jedoch kaum über 1200 Meter. Hier kommen noch einige Impressionen, ehe wir dann wieder in Richtung Cartignano absteigen, unterwegs noch ein paar Streicheleinheiten loswerden;

und abschließend uns selbst den Gaumen streicheln.


Donnerstag, der 21.09.2017:

Wieder liegt ein Ruhetag dazwischen, ehe es dann heute nochmal richtig hoch gehen soll. Der Colle di Rui (2709m) ist unser Tagesziel und je nachdem wie das werte Befinden ist, darf es auch noch etwas länger sein. Wir fahren einmal mehr über Chiappera hinaus und bis zum Ende des Tales. Es geht auf einer meist löchrigen Schotterpiste am Rocco Provinziale vorbei und wir stellen den Wagen dann an einem kleinen Wasserfall, am Ponte delle Combe bei knapp 1900 Metern ab. Nach dem Chersogno sollte das nun ein weiterer Höhepunkt (auch im Wortsinne) unserer Wandertouren werden.

Hier die den Blogbeitrag abschließende Galerie.

Aufgestiegen sind wir diesmal über die Rückseite des Gregori.

Rechts geht es hoch zum Col di Rui und links sind die Ausläufer des Rocco Provinziale zu sehen.

Im Hintergrund, diese Senke, das ist den Cole Maurin, den wir im Juni erwandert haben

 

<-- give 'em a klick ....

 

 

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Der Rest ist dann beinahe schon wieder Geschichte, ggf. Routine. Freitag und Samstag war Erholung angesagt, am Sonntag schlußendlich stand der ebenfalls schon beinahe obligatorische Großeinkauf italienischer Köstlichkeiten in einem gut sortierten Supermarkt in Cuneo auf dem Programm.

Am Montag den 25.09. muss ich die Valle verlassen, geht es zurück. Klar, erstmal und wie so oft nach Pfunds, wo diesmal gleich zwei Nächte verbracht werden, an dem Tag dazwischen die Schweizer Enklave Samnaun -nicht nur zum kostengünstigen Tanken- angesteuert wird. Dort und wie es aussieht, kann man ggf. auch mal ein Stück wandern.

Dienstag dann endgültig in Richtung Berlin, liegt die Ankunft noch bei einer halbwegs zivilen Zeit und ist der Verbrauch von 6,6 Litern Diesel (pro 100km) auf die gesamte Strecke von 4302 Kilometern nicht schlecht; will mir scheinen.

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Hier geht es zur Vorbereitung der nächsten Tour - diesmal in die Wintervalle ...